nach Temperaturbeständigkeit & Einsatzgebieten

Klassifizierung der Kunststoffe nach ihrer Temperaturbeständigkeit und Einsatzgebieten FeedbackE-Mail

Die Einteilung der Kunststoffe nach den wichtigsten Einsatzgebieten und Temperatureinsatzbereichen zeigt die folgende Abbildung.

 

Bild6_KlassifizierungnachTemperatureinsatzbereichen

 

1. Standard- Kunststoffe (Standard- Thermoplaste)

Die Thermoplaste wie Polyethylen (PE), Polypropylen (PP), Polyvinylchlorid (PVC) und Polystyrol (PS) werden im Vergleich zu anderen Kunststoffen in sehr großen Mengen hergestellt und verwendet. Daher werden sie auch als Standard- oder Massenkunststoffe bezeichnet.
Aufgrund ihrer vielen guten Gebrauchseigenschaften und ihres günstigen Preise werden sie in zahlreichen Anwendungen des täglichen Lebens, für technische Anwendungen sowie für Kunststoffrohrsysteme eingesetzt.
 

2. Technische bzw. Konstruktions- Kunststoffe (Technische Thermoplaste)

Wenn Kunststoffe beispielsweise als belastbare und Kraft übertragende Maschinenbauteile in der Technik eingesetzt werden, werden hohe Anforderungen an die Werkstoffeigenschaften gestellt. Diese sind z.B. möglichst geringe Verformung bei lang andauernder Belastung auch bei höheren Temperaturen bis 150°C, gute Schlagzähigkeit, günstiges Gleit- und Abriebverhalten, geringe Wärmedehnung und geringe Schwindung. Das bedeutet eine hohe Maßgenauigkeit und Maßhaltigkeit. Solche Kunststoffe bezeichnet man als „technische Kunststoffe oder Konstruktions-Kunststoffe“. Hierzu zählen beispielsweise die technischen Thermoplaste wie Polyamid 12 (PA 12), Polyoxymethylen (POM), Polyphenylenether (PPE), Polycarbonat (PC), Polyethylenterephthalat (PET) und Polybutylenterephthalat (PBT) sowie die Duroplaste.
 

3. Hochtemperatur- Kunststoffe (Hochtemperatur Thermoplaste)

Bei den Hochtemperatur-Kunststoffen bzw. Hochleistungskunststoffen handelt es sich vorwiegend um Thermoplaste mit hoher Wärmeformbeständigkeit, das bedeutet hohe Festigkeitseigenschaften oberhalb von 150°C oder durch besondere Ordnungsstrukturen hervorgerufene und für Kunststoffe unerwartet hohe Grundfestigkeiten.
Hierzu zählen beispielsweise Hochleistungskunststoffe wie Polyetheretherketon (PEEK), Polyetherketon (PEK), thermoplastische Polyimide (TPI), Polysulfon (PSU), Polyethersulfon (PES), Polyphenylensulfon (PPSU), Polyphenylensulfid (PPS). Erwartungsgemäß sind die aufgeführten Hochtemperatur-Kunststoffe relativ teuer und erfrodern gegebenenfalls auch eine Sonderausrüstung der Verarbeitungsmaschinen (aufgrund hoher Verarbeitungstemperaturen). Zur weiteren Verbesserung ihrer mechanischen und thermischen Eigenschaften werden oftmals Faserverstärkungsstoffe sowie weitere Additive zugesetzt.
 

4. Spezialkunststoffe

Einige Kunststoffe werden aufgrund bestimmter herausragenden Eigenschaften als Spezialkunststoffe bezeichnet. Polyvinylidenchlorid (PVDC) , das wegen seiner geringen Durchlässigkeit gegenüber Gasen (Sauerstoff O2 und Kohlendioxid CO2) und Wasserdampf fast ausnahmslos als „Sperrschicht“- oder „Barriere“- Kunststoff im Verpackungssektor (Hohlkörper, tiefgezogene Schalen) verwendet wird. Polytetraflourethylen (PTFE) wird wegen seiner hohen Temperatur- und Chemikalienbeständigkeit als Auskleidung für Metallrohre und Ventile in Chemiebereichen (z.B. für Chlorwasserstoff- Gas bzw. Salzsäure bei 180°C) oder wegen seiner klebfeindlichen (antiadhäsiven) Beschaffenheit, z.B. für die Beschichtung von Bratpfannen oder von Heizelementen zum Thermoplast-Schweißen Einsatz findet.