Beschreibung der Prüfverfahren

Beschreibung der Prüfverfahren FeedbackE-Mail

Bei der Prüfung der Ringsteifigkeit kommen unterschiedlich große Rohrabschnitte zur Anwendung, je nachdem ob nach der internationalen Norm ISO 9969 oder nach der deutschen Norm DIN 16961 Teil 2 geprüft werden muss. (Die ISO- Norm lässt für Rohr-Innendurchmesser bis 1.500 mm die Prüfung an einem Rohrabschnitt von 300 mm Länge zu. Dadurch können Prüfmaschinen mit relativ kleinen Druckplatten zur Prüfung verwendet werden.)

Bei Prüfungen an Profilrohren nach der DIN 16961- Teil 2 wird eine Rohrabschnittslänge vom zweifachen des Rohr-Innendurchmessers, maximal aber 1 m gefordert. Das heißt, dass alle Rohre ab Innendurchmesser 500 mm mit dem längstmöglichen Abschnitt vom 1.000 mm Länge geprüft werden müssen. Die Rohrabschnitte müssen so bemessen sein, dass negative Randeffekte (z.B. durch Durchschneiden der Profile) vermieden werden. Der zu prüfende Rohrabschnitt ist senkrecht zur Rohrachse mit der Kraft F zu belasten. Die Prüfung erfolgt bei normaler Raumtemperatur von 23°C +/- 2°C. Insgesamt sind separate 3 Messungen an drei unterschiedlichen Rohrabschnitten (Bild 2) durchzuführen. Die Einleitung der Kraft muss linienförmig im Rohrscheitel entlang der gesamten Rohrlänge erfolgen. Die Ausbildung der Auflager in der Rohrsohle kann auf unterschiedliche Weise (siehe Bild 2 und 3) ausgeführt werden. Bei Kunststoffrohren mit einer vorgegebenen Ringsteifigkeit nach Tabelle 1 darf die mittlere Rohrverformung des Rohrinnendurchmessers ∆ di in vertikaler Richtung (siehe Bild 4) – die Messung erfolgt nach 24h nach Prüfkraftaufbringung – den Wert von 0,03 di vom ursprünglichen Rohrinnendurchmesser (oder 3% Verformung des Rohrinnendurchmessers) nicht überschreiten. Das Kunststoffrohr wird also mit einer Flächenlast in vertikaler Richtung bis 3% deformiert. Die dafür erforderliche Kraft F in kN wird gemessen und die Ringsteifigkeit SR24 gemäß der folgenden Berechnungsformel berechnet.

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Bild 2: Prüfung der Festigkeitseigenschaft Ringsteifigkeit mit Winkelstahl-Auflager bei coextrudierten, kerngeschäumten Kunststoffrohren aus PVC-U
Quelle: Lesch Consult, Würzburg

Bild3_ebenesRohrauflager

Bild 3: Ebenes Auflager in der Rohrsohle
Quelle: Zwick GmbH & Co. KG, Ulm

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Bild 4: Rohrverformung in vertikaler Richtung
Quelle: Magnaplast GmbH, Emstek

Berechnung der erforderlichen Prüfkraft und der Ringsteifigkeit:

Formel1

Tabelle1

Formel2

Tabelle2

 

Praxisbeispiel Auswertungsergebnisse

Bild5_Messwerte_Pipelife

Bild6_Auswertung_Tabellenwerte