EPD-Projekt

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Der Kunststoffrohr-Industrie ist die Bewusstmachung des Beitrags von Kunststoffrohrsystemen für eine nachhaltige Zukunft ein besonderes Anliegen. So hat TEPPFA, der europäische Verband für Kunststoffrohre und –formteile, im Rahmen seines „EPD-Projekts" (EPD = Environmental Product Declaration) die Umweltauswirkungen von Kunststoffrohrsystemen analysiert. Der von 15 nationalen Rohrverbänden und 11 europäischen Kunststoffrohrherstellern getragene Verband beauftragte das unabhängige und in Belgien ansässige Institut for Technical Research (VITO) mit einer Untersuchung der Umweltbelastungen verschiedener Kunststoffrohrsysteme auf Grundlage von Ökobilanzen. Die Arbeiten wurden von der Firma Denkstatt validiert, einem auf alle Fragen der ökonomischen, ökologischen und sozialen Nachhaltigkeit spezialisierten Beratungsunternehmen in Österreich.

Das wesentliche Ziel bestand darin, Transparenz über die ökologischen Auswirkungen von bestimmten Rohrsystemanwendungen im Laufe ihres Lebenszyklus zu schaffen. Der KRV hat die Ergebnisse der ersten vier von VITO durchgeführten Ökobilanzen (LCA) und die dazugehörigen Umweltdeklarationen (EPD) für die interessierte Fachöffentlichkeit vom Englischen ins Deutsche für folgende Rohrsysteme übersetzen lassen:

TEPPFA-EPD-Bild-Hauptseite

TEPPFA hat für weitere Rohranwendungen Ökobilanzen und EPD's erarbeitet und auf seiner Homepage eingestellt. Die Ergebnisse der TEPPFA-Studie bescheinigen Kunststoffrohrsystemen in den untersuchten Anwendungsgebieten ein ausgezeichnetes Umweltverhalten.

Ökobilanz / Life-Cycle Assessement

Life Cycle Assessment (LCA) oder Ökobilanzierung bezeichnet eine international anerkannte und nach ISO 14040/44 standardisierte Methode, bei der für Produkte, Prozesse und/oder Systeme die Input- und Outputflüsse sowie die potentiellen Umweltwirkungen zusammengestellt und beurteilt werden. Dabei werden verschiedene Umweltaspekte im Verlauf des Lebensweges beleuchtet, von der Gewinnung der primären Rohstoffe bis hin zu den verschiedenen "End-of-life" Optionen am Ende der Nutzungsdauer. Eine Umwelt-Produktdeklaration "Environmental Product Declaration" (EPD) ist ein genormtes Verfahren über die Mitteilung der Ergebnisse aus der Ökobilanz/LCA. Die EPD erlaubt es dem Anwender, die umweltrelevanten Auswirkungen eines Rohrsystems beurteilen zu können. Sie gestattet auch den Vergleich mit alternativen Produkten auf derselben Systemebene (Erdverlegung, Gebäudeinstallation, etc.).

In der Ökobilanz werden die Umweltauswirkungen eines Systems nach sechs Wirkungskategorien unterteilt:

1. Ressourcenabbau
Ein Überabbau von Mineralien, fossilen Brennstoffen und anderen nicht-lebenden und nicht-erneuerbaren Materialien führt zur Erschöpfung der natürlichen Ressourcen.

2. Versauerungspotential
Emissionen wie Schwefeldioxid und Stickstoffoxide aus Produktionsprozessen führen zu saurem Regen, der die Erde, die Trinkwasservorräte sowie menschliche und tierische Organismen und somit unser gesamtes Ökosystem belasten.

3. Eutrophierungspotential
Eine Eutrophierung (der Nährstoffeintrag) wird durch die Überdüngung von Gewässern und Böden mit Nährstoffen wie Stickstoff und Phosphor in Folge des Einsatzes dieser Stoffe durch den Menschen verursacht. Dadurch wird Pflanzenwachstum beschleunigt und tierisches Leben in Seen und Flüssen getötet.

4. Treibhauspotential (CO2-Equivalente)
Die isolierende Wirkung von Treibhausgasen wie CO2 und Methan in der Atmosphäre ist eine der Hauptursachen für die globale Erwärmung, die sich negativ auf unsere Gesundheit und das uns umgehende Ökosystem auswirkt.

5. Ozonabbaupotential
Der Abbau der Ozonschicht in der Atmosphäre – Verursacht durch die Emission chemischer Schaum- und Reinigungsmittel – führt dazu, dass größere Anteile des UV-Lichts der Sonne durch die Atmosphäre dringen können, was Hautkrebs verursacht und Ernteerträge beeinträchtigt.

6. Sommersmogpotential
Die photochemische Reaktion des Sonnenlichts mit primären Luftschadstoffen, wie flüchtige organische Verbindungen und Stickstoffoxiden, führt zum Auftreten chemischen Smogs. Dieser beeinträchtigt die Gesundheit, das Ökosystem und ebenfalls die Ernteerträge.