Rohstoffliche Verwertung

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Als Ergänzung zum werkstofflichen Recycling ist das rohstoffliche Recycling insbesondere dann sinnvoll, wenn eine weitere Aufbereitung von stark vermischten und verschmutzten Abfällen sowie bei Verbunden ökonomisch und ökologisch keinen Sinn mehr macht.

Für »PVC-reiche« Abfallfraktionen sind die Zielprodukte Salzsäure und Kohlenwasserstoffverbindungen. Die PVC- Branche hat deshalb in eigener Regie verschiedene Projekte zum rohstofflichen Recycling der »PVC-reichen« Abfallfraktion gestartet. Bei PVC- Anteilen im Abfall von kleiner 10% wird bei der rohstofflichen Verwertung das HCl aus PVC meist neutralisiert. Vorrangiges Ziel ist hier die Verwertung der Kohlenwasserstoffe.

Im Folgenden werden die wesentlichen Projekte der PVC-Branche zum rohstofflichen Recycling für »PVC-reiche« Fraktionen beschrieben:

DOW/BSL – Drehrohrofen-Verwertungsanlage Schkopau

Im September 1999 wurde die Reststoffverwertungsanlage der Buna Sow Leuna Olefinverbund GmbH (BSL), Schkopau, – heute DOW – offiziell in Betrieb genommen. Neben der stofflichen Verwertung chlorhaltiger Abfälle in fester und flüssiger Form können auch PVC- Abfälle verwertet werden.
Die eingesetzten Abfälle werden in der Anlage bei Temperaturen oberhalb von 1100°C thermisch behandelt. Dabei wird unter Ausnutzung der freiwerdenden Energie Chlorwasserstoff (HCl-Gas) abgespalten und zu Salzsäure (HCl-Gas in Wasser gelöst) weiterverarbeitet. Diese Reinsäure wird am Standort der Chlorelektrolyse zugeführt. Aus dem erzeugten Chlor wird Vinylchlorid (VC) und nachfolgend Polyvinylchlorid (PVC) hergestellt.

Weitere Verfahren

Die PVC-Branche ist der Auffassung, dass eine rohstoffliche Verwertungstechnologie benötigt wird, um vor allem kontaminierte und vermischte PVC-Abfälle zu recyceln. In diese Richtung zielen die Untersuchungen der nachfolgend aufgeführten Verfahren.

Optionen im Bereich des rohstofflichen Recyclings werden zur Zeit untersucht, dazu gehören Vergasungsverfahren, ein zweistufiges Pyrolyse-Verfahren (NKT- Watech, DK) und Versuche zur Dehydrochlorierung aus gemischten Kunststoffabfällen (REDOP, NL).

Das kombinierte Hydrolyse- und Pyrolyseverfahren wird zur Zeit in Dänemark mit einer Großanlage für 40 kt (Start im vierten Quartal 2004) umgesetzt.
Die PVC-Branche hat damit für chlorreiche Abfälle durch innovative Technologien neue Ansätze in der Recyclingpraxis realisiert.