Definition

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Beim Verlegepflugverfahren handelt es sich um eine grabenlose Verlegung von Rohrleitungen, dies sind i.a.R. Kunststoffrohre aus Polyethylen PE80, PE100, PE100-RC/VRC (PE-HD), PE-Xa oder/und Polypropylen PP-H (i.a.R. keine PVC-Kunststoffrohre, außer flexible Dränagerohre) sowie Stahl-, Gussrohre, Flexsteel-Rohre (siehe www.flexsteelpipe.com) und Kabeln. Bei diesem Verlegeverfahren erfolgt eine Neuverlegung von Kunststoffrohren in neuer Trasse. Das Pflugverfahren wird bevorzugt in ländlichen Gebieten angewendet, wo große Rohrleitungslängen mit wenigen Anschlüssen erforderlich sind. Bei nicht selbstfahrenden Systemen besteht die Verlegeeinheit aus dem Verlegepflug mit Pflugschwert und Verlegeschacht sowie einer separat auf einem LKW oder Raupenfahrzeug installierten Seilwinde  (s. Bild). Der Pflug selbst besitzt lediglich einen hydraulischen Antrieb, der für den Transport vom Tieflader auf die Baustelle zum Startschacht oder bei Richtungsänderungen während des Einpflügens geeignet ist.

Für die Rohrverlegung wird der Verlegepflug von der auf dem Zugfahrzeug befestigten Seilwinde beim Auftrommeln des Zugseiles über die Trasse gezogen. Zur Aufnahme der Stützkräfte ist das Zugfahrzeug mit einem als Widerlager dienenden Stützschild ausgerüstet, das über eine Hydraulikeinheit in den Boden eingepresst wird. Somit übernimmt die Seilwindenzugmaschine beim Pflugverfahren den wesentlichen Anteil der aufzuwendenden dynamischen Arbeit. Am Beginn der Trasse wird das Pflugschwert in der Startgrube, die mit dem Bagger ausgehoben wurde, auf die Einbautiefe abgesenkt.

Das erfolgt über ein hydraulisch gesteuertes Hebelsystem. Beim Auftrommeln des Zugseiles verdrängt das Pflugschwert das Erdreich im Bereich der Leitungszone. Gleichzeitig wird durch das hohe Eigengewicht des Pflugschwertes die Rohrgrabensohle geglättet. Im Anschluss wird das Rohr über die Verlegeeinheit auf der steinfrei geglätteten Rohrgrabensohle abgelegt. In dem Verlegekasten bzw. Verlegeschacht werden die Rohrleitungen von oben in die entsprechende Verlegetiefe geführt. Das Erdreich schließt sich wieder hinter dem Pflugschwert durch das Eigengewicht, der Vorgang kann aber durch Maschineneinsatz beschleunigt werden. Je nach Bodenbeschaffenheit und den entsprechenden Planungsvorgaben kann das Rohr auch eingesandet werden. Das geschieht über einen unmittelbar am Pflug angehängten Sandwagen bzw. Sandkasten, dem kontinuierlich Bettungsmaterial über eine Einfülleinrichtung zugegeben wird.

Eine Sandbettung mit einer Lagerungsdichte entsprechend dem Stand der Technik ist bei diesem Verfahren jedoch technisch bedingt nicht möglich. Punktlasten, ausgelöst durch z.B. Steine im Erdreich, können eine Schädigung der Rohrleitung hervorrufen. Um die angestrebte Mindestnutzungsdauer in der Realität auch zu erreichen, sollten Rohrleitungen aus einem Werkstoff mit nachgewiesen hoher Spannungsrissbeständigkeit eingesetzt werden.

Der Einfluss des Pfluges auf das Erdreich ist relativ gering. Eine Grundwasserabsenkung ist bei diesem Verlegeverfahren nicht notwendig. Daher ist diese Verlegemethode, insbesondere durch die geringen entstehenden Flurschäden, sehr umweltschonend. Eingesetzt werden kann das Verfahren bis zu Bodenklasse 6 in unverbauten Gebieten. Je nach Bodenklasse können Verlegetiefen bis 2,5 Meter realisiert werden. Die Verlegung im Pflugverfahren ist mit bis zu 5.000 Metern verlegter Rohrleitung pro Arbeitstag wohl die wirtschaftlichste Form der Neuverlegung einer Rohrleitung. Es können auch mehrere Rohrleitungen gleichzeitig eingepflügt werden.

Einbauskizze Pflugverfahren

Bild: Einbauskizze für Pflugverfahren (Kunststoffrohre bis OD 630mm)